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Aktuelle Fotoausstellungen und Vorträge

in München und Umgebung

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HORST JANSSEN

Zeichnungen und Grafiken
Mit Fotografien von Nomi Baumgartl aus dem Leben des Künstlers

Ausstellung im kunsthaus kaufbeuren vom 23. Juli 2010 bis 30. Januar 2011

Horst Janssen (1929-1995) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Zeichner und Grafiker des 20. Jahrhunderts. Das kunsthaus kaufbeuren zeigt mehr als 85 Highlights aus der um die 400 Werke umfassenden hauseigenen Sammlung. Fotografien von Nomi Baumgartl geben zudem einen Einblick in das private Refugium des Künstlers und einen überraschenden Blick auf den Menschen Horst Janssen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen zum einen die Selbstbildnisse, die seine vielschichtige Persönlichkeit widerspiegeln, darunter die eindrucksvollen Zyklen Hanno's Tod und Ergo. Die Arbeiten sind Zeugnisse der Bandbreite seiner Stimmungslagen und künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten, die von zarten, sensiblen bis hin zu expressiv, virtuosen Strichführungen changieren. Wohl kein anderer Künstler hat eine solch umfangreiche Dokumentation des eigenen Ichs hinterlassen, in der er sich immer wieder neu inszeniert, aber auch Themen wie Tod und Vergänglichkeit verarbeitet.

Landschaften und Stillleben bilden die weiteren Schwerpunkte der Ausstellung. Die Stillleben von Blumen – dargestellt als „Nature morte“ - zeigen ebenfalls Janssens intensive Auseinandersetzung mit der Thematik des Verfalls. Die Darstellungen vor allem norddeutscher Landschaften – Grafiken und Aquarelle – lassen verschiedene Phasen des Ausdrucks erkennen: von karg, leichten Arbeiten bis hin zu schroffen Felsformationen in dichtem, schwungvollem Malduktus.

Zwischen 1946 und 1951 studierte Horst Janssen in der Klasse von Alfred Mahlau an der Kunstschule Hamburg. Er lernte hier das genaue Betrachten und Hinsehen („Ich bin nur ganz Auge“), löste sich jedoch bald von der exakten Darstellung der Wirklichkeit, ohne dabei die Gegenständlichkeit innerhalb seiner Arbeiten aufzugeben. Zu einer Zeit arbeitend, als vor allem die informelle, ungegenständliche Kunst den Markt beherrschte, behielt Janssen seine figurative Bildsprache bei und etablierte sich seit den 1960er Jahren mit seinen unverwechselbaren Feinstrichzeichnungen und -grafiken als solitäre Künstlerpersönlichkeit, die weder eine eigene Schule noch Nachfolger hervorbrachte.

Die international renommierte Fotografin Nomi Baumgartl konnte 1984 Horst Janssens Vertrauen gewinnen, ihn in seinem Blankeneser Refugium (seiner „Burg“, wie er sein Atelier und zu Hause nannte) über Wochen hinweg fotografisch zu begleiten. Entstanden sind zarte, fast schon intime Bildserien von Horst Janssen, in denen er zum einen ganz er selbst ist, zum anderen sich aber auch vor der Kamera mal als kindlicher, mal als charmanter Mann, mal als androgynes Wesen inszeniert. Überraschend sind auch die ihn umgebenden Dinge, die einen starken Bezug zu seinen Bildern erkennen lassen, vor allem das Motiv der „vanitas“, der Vergänglichkeit.

Dobler – dessen Bruder 1995 das kunsthaus der Stadt gestiftet hatte – ist es zu verdanken, dass die Ausstellung in dieser Form konzipiert werden konnte. Vom zeichnerischen Können Janssens fasziniert, baute er die Sammlung mit Hilfe der Münchner Galeristin Inge Seifert-Binder auf und überließ dem kunsthaus kaufbeuren seine reiche Kollektion.

Der Galeristin Claudia Fey (Galerie creative mind, Gilching) danken wir für die Leihgabe der gezeigten Fotografien von Nomi Baumgartl.

Ausstellungsdauer: 23.06. bis 30.01.2011

Kunsthaus Kaufbeuren, Spitaltor 2 • 87600 Kaufbeuren, T. 0 83 41/86 44, F. 0 83 41/86 55

mail@kunsthaus-kaufbeuren.de

Öffnungszeiten:

Montags geschlossen
Di-Fr 10-17 Uhr
Do 10-20 Uhr
Sa/So/Feiertags 11-17 Uhr

Öffnungszeiten während der Weihnachtsfeiertage:
am 24.12., 25.12., 31.12.2010 + 01.01.2011 ist das kunsthaus geschlossen

Kunsthaus Kaufbeuren

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Juliane Eirich

Galerie 5,6 München vom 21.05 bis 04.09.2010

Die Galerie f 5,6 widmet sich einer Ausstellung der jungen Münchner Fotografin Juliane Eirich. Der Fokus wird auf einer Auswahl von Nachtaufnahmen aus den Serien Nightwatch (Hawai 2004), Hale Kula (Hawai 2005) und Korea Diary (Südkorea 2007/08) liegen. Die Bilder sind noch bis zum 4. September in München zu sehen.

Juliane Eirich (geb. 1979) fotografiert Orte, die ihre spezielle Aura erst nachts entfalten. Ihr geht es nicht um die Effekte des nächtlichen Hell-Dunkel-Spiels barocker Darstellungen bei Kerzenlicht, sondern vielmehr um die unverfälschte, klare Perspektive des außenstehenden Beobachters. Ihre Arbeiten erinnern daher eher an den distanzierten Blick eines Edward Hopper oder an die Nachtaufnahmen eines Edward Munch, wobei die Einsamkeit und Ruhe der Nacht bei diesen eher negativ konnotiert sind. Juliane Eirich hingegen bietet mit ihren nächtlichen meist menschenleeren Aufnahmen dem Betrachter die Möglichkeit, dem lauten und immer hektischer werdenden Alltag zu entfliehen.

"Alle meine Arbeiten beschäftigen sich mit Ruhe. Dies habe ich zunächst nicht geplant. Ich vermute, dass es an der Tatsache liegt, dass unser Leben immer schneller wird und ich versuche, diese Beschleunigung mit ruhigen Fotografien zu kompensieren." Dabei ist nicht nur das Motiv entscheidend, sondern auch der richtige Betrachterwinkel sowie nicht zuletzt der Prozess der Belichtung an sich. Nimmt die Verschlusszeit bei Tagesaufnahmen in der Regel nur Sekundenbruchteile in Anspruch, so zieht sich diese in der Nacht oft bis zu 15 Minuten hin. Es handelt sich also um einen konzentrierten und präzisen Prozess, der es Juliane Eirich ermöglicht, sich voll und ganz auf das Motiv einzulassen.

Die Untersuchung der Wechselbeziehungen zwischen von Menschen kreierten Orten und deren Umwelt ist dabei ein wichtiger Aspekt von Eirichs Arbeiten, der sich durch alle ihre Serien zieht. Dabei kann die vom Menschen beeinflusste Umwelt mit der Natur eine Einheit bilden oder auch in Disharmonie enden, die als lustig, störend oder auch einfach nur überraschend empfunden werden kann.

Juliane Eirich studierte von 2000 bis 2003 an der Fachakademie für Fotodesign in München. In den darauf folgenden Jahren realisierte sie in New York und Hawai eigene Projekte. 2007 erwarb sie ein 18-monatiges DAAD-Stipendium an der Hong-Ik Universität in Seoul, Südkorea. Die Künstlerin arbeitet zur Zeit in Berlin und New York. Ihre Arbeiten wurde bereits international in Galerien (Bruce Silverstein Gallery; Houston Center of Photography u.a.) und auf Festivals (Mannheimer Fotofestival; Houston Fotofest; Paul Huf Award, Foam Fotografie Museum Amsterdam u.a.) ausgestellt.

Ausstellungsdauer: bis 04.9.2010

Galerie für Fotografie 5,6, Ludwigstrasse 7, 80539 München

Tel: 089 28 675 167, Fax: 089 28 675 283

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag: 12:00 - 18:00 Uhr, Samstag 12.00 - 17:00 Uhr oder nach Vereinbarung

Galerie 5,6

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Max Scheler Fotografien

Von Konrad A. bis Jackie O.  

Bilder aus Deutschland, China und den USA

Münchner Stadtmuseum vom 21.05 bis 12.09.2010

Max Scheler (* 1928 in Köln, † 2003 in Hamburg) war ein international bekannter Fotograf der Nachkriegszeit, Junior-Mitglied der Agentur MAGNUM und ab 1959 einer der großen Bildermacher des Stern. Mit Ende seines fotografischen Schaffens wurde er mit Gründung der Zeitschrift GEO 1975 dort Bildchef. Die Ausstellung zeigt mit rund 140 Exponaten den ersten großen Querschnitt aus dem Werk des bedeutenden Fotojournalisten.

Als Schüler von Herbert List beginnt Scheler sein Schaffen im Deutschland des Wirtschaftswunders der 1950er Jahre. Politische Reportagearbeit bringt ihn zur Quemoykrise nach China und Taiwan und in den 1960er Jahren zur Kulturrevolution Mao Zedongs. Die USA bereist Max Scheler in den 1950er und 1960er Jahren mehrfach und berichtet für die Münchner Illustrierte und den Stern von Land, Leuten und politischem Leben.

Schelers Hauptthemen sind der ‚human interest‘, die menschlichen Verhaltensweisen, Freude und Trauer, Begeisterung und Verzweiflung. Bei der Wahl seiner Themen zeigt er sein Verlangen, Chronist bedeutender Ereignisse zu sein. Menschen unterschiedlichster Kulturkreise beobachtet er im Alltag, in Krisen- und Kriegszeiten, bei sozialen Problemen und Festlichkeiten. So entstehen Menschenbilder voller emotionaler Dichte, in ausführlichen Berichten, manchmal in mehreren Folgen.

Komisch und skurril, dann wieder ernst und dramatisch, mal dokumentierend und mal kommentierend, zeigen Max Schelers vielschichtige Bilder historische Ereignisse und Persönlichkeiten, aber auch alltägliche Momente der Welt, in der wir leben.

Die ausgestellten Werke lassen sich in drei Schauplätze unterteilen: Deutschland, China und USA. Während die Fotografien aus Deutschland das Wirtschaftswunder, den politischen Aufbruch der Bundesrepublik und die Teilung Deutschlands kommentieren, berichten die Bilder aus China von Krise, ideologischem Umbruch und kultureller Fremde. Die USA begegnet uns in den Arbeiten von Max Scheler als vielschichtiges und widersprüchliches Phänomen: hoch entwickelt und dennoch provinziell; demokratisch-fortschrittlich und dennoch rassistisch und ungerecht. Bilder der Vereinigten Staaten, die auch über die Zerrissenheit einer großen Nation berichten.
In Zusammenarbeit mit den Deichtorhallen in Hamburg.

Ein begleitendes Buch ist im Schirmer/Mosel Verlag, München, erschienen. 167 Seiten, Preis: 39,80 EUR

Ausstellungdauer: bis 12.09.2010

Dienstag bis Sonntag: 10:00 - 18:00 Uhr
montags geschlossen

münchner stadtmuseum

Jakobs-Platz 1, 80331 München
Tel: 089-233 22370,Fax: 089-233 25033

Stadtmuseum München

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Horst Janssen - Zeichnungen und Grafiken mit Fotografien von Nomi Baumgartll

Juliane Eirichs-

Max Scheler

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